Batu Caves

Es ist doch immer wieder schön, das Angenehme mit dem Angenehmen zu verbinden 😉

Wir wollen, ganz touristisch natürlich, etwas Kultur erleben, dies aber auf die Art und Weise eines Einheimischen. Kein Taxi, sondern öffentliche Verkehrsmittel. Wir haben über das Internet recherchiert und herausgefunden, dass man ganz bequem mit dem Zug zu den Batu Caves fahren kann. In diesen Kalksteinhöhlen befinden sich traditionelle Hindu-Tempel, die sehr sehenswert sein sollen und das nehmen wir natürlich mit.

Die nächste „Metro-Station“ (die Züge fahren hier nur überirdisch), liegt gleich um die Ecke von unserem Hotel. Wir sind in nicht einmal 2 Minuten dort und wollen ein Ticket direkt zu den Caves kaufen. Wir wissen, dass wir zwischendurch an der Station „KL Sentral“ umsteigen müssen und realisieren erst nach einer Weile, dass man eben nicht gleich ein Ticket zu den Caves kaufen kann. Statt dessen bezahlt man zunächst die Fahrt bis zum KL Sentral. Dort muss man die Station bzw. den Bahnsteig verlassen und dann das nächste Ticket von dort aus zu den Caves kaufen. Ok, verstanden.

Statt eines Tickets erhält man einen Plastik-Chip, den man beim Betreten der Haltestelle an die Schranke hält und beim Verlassen am Ankunftsbahnsteig dort einwirft. (Die Einheimischen haben Karten, was wohl auch Sinn macht. Jedes Mal einen neuen Chip kaufen, da wird man ja verrückt)

Der Weg zu den Caves ist einfach zu meistern. Zumal beim zweiten Zug die Caves die Endhaltestelle sind. Keine Chance, sie zu verpassen. Zug fahren ist einfach in KL, zumindest, wenn es darum geht, den Weg zu finden. Nicht so einfach zu händeln sind die Minusgrade, die in diesem Zug herrschen. Zur Erinnerung, wir kommen von draußen. Da herrschen gefühlt 40° Celsius und eine gefühlte Luftfeuchte von 100 %. Dies wird noch verstärkt, weil es immer wieder regnet. (Also tatsächlich 100 % 😉 ). In den Zügen ist auch einiges verboten, so z.B. essen und trinken. Das kennen wir schon von Singapur.

Wir kommen bei den Caves an und fallen quasi gleich mit der Nase drauf. Der Zug hält tatsächlich direkt davor. Es sind nur ein paar Schritte, bis man die erste Statue sehen kann, um dann in einer kleinen Verkaufsstraße zu stehen.

Dann nur noch kurz links um die Ecke und schon steht man vor den ca. 270 beeindruckenden Stufen einer gigantischen Treppe, neben der eine gigantische Statue steht.

….äh…habe ich Treppe gesagt??? Das hört in diesem Urlaub wohl nie auf…  😉

Unter die vielen Besucher schmuggeln sich auch kleine Essensdiebe. Einer Frau wird eine Tüte mit Erdnüssen entrissen und der Dieb macht sich damit davon, sucht sich ein ruhiges Plätzchen und fängt in Ruhe an zu futtern. Andere potentielle Diebe brauchen nur nett zu schauen und man gibt ihnen freiwillig etwas vom Essen ab.

Na dann…auf geht´s zur Treppenbewältigung…Ich binde mir nur noch respektvoll ein Tuch um die Hüften und dann geht es los.

Die Stufen sind nur für kleine Füße gemacht und man muss ganz schön aufpassen wo man hintritt und dann sind da noch die ständigen Begleiter, die so manche Tempelbesucherin zu einem hysterischen Schreien bringt. Der Ausblick ist der Wahnsinn und als ich oben angekommen bin und einen ersten Blick in die Höhle werfen kann, zieht es mir schon ein wenig die Schuhe aus (was in dem Fall sogar nützlich ist 😉 ).

In der Höhle selbst gibt es noch eine weitere Treppe (auch hier muss man wieder sehr aufpassen) und noch einen Tempel, den man besichtigen kann. Dort findet auch zur Zeit eine kleine Zeremonie statt. Ein Tempel mitten in einer Höhle und doch unter den Wolken…

Den Ausflug sollte man schon einmal gemacht haben. Es sieht alles sehr beeindruckend aus, auch wenn, nach meiner europäischen Meinung, nicht nur vor den Tempeln direkt sondern auch ringsherum etwas mehr aufgeräumt werden könnte. Leider trübt der sich ansammelnde Müll den Gesamteindruck etwas und zerstört die Stimmung, die hier aufkommen könnte.

Wir nehmen den Zug zurück in die Stadt und befürchten, dass wir uns möglicherweise verkühlt haben könnten. Die Hitze und die hohe Luftfeuchtigkeit hat uns ganz schön schwitzen lassen und jetzt wieder hinein in den kalten Zug. Naja, es bleibt uns ja nichts anderes übrig.

Wir steigen etwas eher aus und laufen den Rest der Strecke zurück zum Hotel und können dabei noch etwas mehr von der Stadt sehen. Die einzelnen Stadtviertel sind wirklich unterschiedlich. Die am deutlichsten ausgeprägten sind natürlich Chinatown und Little India, bei letzterem weiß man schon, bevor man es sieht, dass man da ist…. Ich liebe diesen Curry-Geruch. Daneben gibt es noch viele anderen Bereiche der Stadt, die vielleicht etwas unauffälliger wirken und dann gibt es noch die „westlichen“ Viertel, die das Moderne ausstrahlen. Wir laufen einfach hindurch und saugen alles auf. Die Sonne geht langsam unter und taucht alles in ein ganz besonderes Licht.

Im Hotel angekommen machen wir uns erstmal frisch… (ich fürchte, wir stinken 😉 …und dann wollen wir weiter machen. Weiter machen mit etwas ganz Alltäglichem. So, als würden wir hier leben. Wir gehen ins Kino! Super Idee! Die Filme laufen hier auf Englisch, so dass die Umsetzung der Idee kein Problem darstellt. Doch vorher müssen wir etwas essen. Wir machen uns also noch einmal auf den Weg. Wir gehen durch die Petronastowers in das Einkaufszentrum hinein, in dem sich sowohl unser ausgewähltes Restaurant als auch das Kino befinden. Wir haben ein wirklich leckeres Abendessen (mit dem Haken, dass es überall zieht, weil die Ventilatoren auf Hochtouren laufen) und schlendern dann gemütlich ins Kino.

Die Kinokarte kostet pro Nase umgerechnet 4,40 € … wow, da können wir öfters gehen … und das Kino ist trotz neuen Films nicht ausverkauft. Super.

Naja, bis auf die Tatsache, dass es hier „arschkalt“ ist. Warum ist Kuala Lumper darauf aus, den Weltrekord im „Leute einfrieren“ einfahren zu wollen? Oder ist das eine Maßnahme gegen das schnelle Altern? Getreu dem Motto „Kühl halten hält länger“ ?

Zum Glück hatte ich mir so etwas schon gedacht und lange Hosen und Jacke angeordnet. 😉

Und in diesem Sinne, liebe Grüße nach Deutschland und besonders herzliche Grüße in die Schweiz 😉 – immer schön warm halten !

 

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