Im Bikini durch den Wald

Wer mich kennt weiß eines so ziemlich genau….ich gehe NICHT ! gerne wandern.

Aber….ich steh total auf Wasserfälle! Und da die ja meist von oben runter kommen, muss man ihnen wohl, wenn man sie genießen will, ein Stück entgegen gehen. In und um Khao Lak wimmelt es von Wasserfällen. Einer, der quasi vor der Haustür liegt, befindet sich im Khao Lak – Lamru – Nationalpark, der Ton Chongfa Wasserfall, der sich über 5 Ebenen erstreckt, die man erlaufen und dann auf jeder Ebene baden kann.

Das! möchte ich.

Also auf´s Mopedchen geschwungen und los. Dort angekommen, zahlt man pro Person 200 THB (ca. 5,40 €) Eintritt. Das Ticket gilt sowohl für das „Wasserfall-Gebiet“ als auch für den Teil des Nationalparks, der direkt am Meer liegt. Um dorthin zu kommen, muss man aber nochmal ein Stück mit dem Moped fahren. Dazu dann später mehr.

Ich war also dort. Habe mir vorher die Karte angeschaut und die 5 verschiedenen Ebenen gesehen. Die Eintrittskarte war gekauft – also los…

Ähm…hatte ich erwähnt, dass es bereits um die Mittagszeit war? Für meine Verhältnisse ist das schon ziemlich zeitig, bereits Mittags irgendwo zu sein….aber, naja….es war eben Mittags. Geschätzte Temperaturen ca. 30 Grad. Geschätzte Luftfeuchtigkeit ca. 70 %. Windstärke ca. 0.

Ach wird schon werden, also los. Bereits die ersten 100 m gingen mit einer flotten Steigung los. Aber der Weg war breit und da ich in weiser Voraussicht auch Turnschuhe angezogen hatte, waren die Steine auch kein Problem.

Die allererste Staion – die übrigens noch kein Level darstellt – war ein natürliches Fish-Spa. Und bevor ihr fragt, nein, ich habe die Füße nicht reingehalten. Der Grund war einfach der, dass ich dann nicht mit nassen Füßen zurück in die Socken und dann in die Turnschuhe wollte (was eine 2fach doofe Überlegung war, denn erstens habe ich das Stunden später sowieso getan und zweitens hätte ich ein Handtuch dabei gehabt – aber mein Hirn war wohl schon etwas dehydriert)

Nach einer kurzen Pause in der ich wenigstens meine Arme abgekühlt habe, ging es dann weiter zum nun endlich 1. Level. Aber das Stück „einfachsten Weg“ hatte ich nun hinter mir gelassen. Ab jetzt hieß es: „Augen auf beim Geländelauf“. Von Balance-Akten über Baumstämme über schlüpfrige Steine hin zu natürlichen Treppen aus Baumwurzeln ging es immer hübsch bergauf um dann endlich mit einem tollen Wasserfall belohnt zu werden.

Und hier ist die Antwort JA ! Ja, ich war drin, in diesem erfrischenden kühlen Nass. Es war gar nicht so kalt und man konnte wirklich gut darin schwimmen. Aufgrund dessen, dass es so steinig und rutschig ist, ist das Tragen von „Wasserschuhen“ unbedingt zu empfehlen. Es lässt sich dadurch viel angenehmer und ohne Schmerzen durch die „Natur-Pools“ laufen. Ich habe ja sehr mit mir gehadert, ob ich unsere Wasserschuhe tatsächlich einpacken soll… Es kommt mir so vor, als haben wir tausend Sachen dabei (die Koffer sind prall gefüllt), aber das Richtige ist nicht dabei. Hier mit den Wasserschuhen war es ein absoluter Treffer!

Nach einem ausgiebigen Bad war es nun an der Zeit Level 2 in Angriff zu nehmen. Ich muss dazu sagen, der Aufstieg ist doch schon beschwerlich. Es war einfach tierisch anstrengend.

Zu Level 2 ging es so weiter wie zu Level 1. Es war eher noch enger, noch beschwerlicher. Aber um so schöner, wenn man dann da ist, und auf die runter schauen kann, die noch bei Level 1 sitzen.

In Level 2 zu baden war wirklich toll. Es gab da auch eine Liane, an der man sich in´s Wasser hinein schwingen konnte. Also: Dschungel+Wasserfall+Liane=ein Gefühl von Tarzan und Jane. Wo bekommt man das schon?

Khao Lak – Lam Ru Nationalpark – Ton Chongfa Wasserfall – Level 2

Ok. Level 3? Der Weg dort hoch sah ziemlich steil aus. Das hat mich aber nicht wirklich beeindruckt. Was Eindruck gemacht hat, war das Pärchen, das gerade versucht hat, wieder herunter zu kommen. Betonung auf versucht. Ok, sie haben es geschafft. Aber die Summe der Anstrengung zuvor, der Wassermangel (der in mir drin, nicht der um mich herum) und das Wissen um den Weg zurück, den ich ja auch wieder bewältigen musste, hat dann gesagt „Lass es gut sein“. Ich habe gehört und bin nicht weiter gegangen. Statt dessen haben wir uns auf den Weg gemacht, zu dem Teil des Nationalparks, der am Meer liegt. Der Rückweg war toll. Patschnass, happy, bei 30 Grad, nur in Wasserschuhen und Bikini durch den Wald. Das hat sich so wundervoll verrückt und frei angefühlt…..

Im anderen Teil des Lamru-Nationalparks angekommen war es schon früher Nachmittag. Geschlossen werden sollte der Park um 16:30 Uhr, was auch Sinn macht, da gegen 18:00 Uhr die Sonne untergeht und bei den Pfaden, die wir nun kennengelernt haben, ein Halsbruch nicht ausgeschlossen werden kann.

Zunächst also wieder die Karte erkundet und meine bessere Hälfte wollte unbedingt den „Small White Sand Beach“ sehen, der die Station 9 der Route darstellte, die dorthin führte. Ich hätte die andere Route bevorzugt, aber was macht man nicht alles. Als auch mein dezenter Hinweis, dass es sich dabei vermutlich um eine Sackgasse handelt und wir dann den ganzen Weg wieder zurück müssen, nicht beeindruckt hat, ging es los.

Zunächst war es noch so „Semi-in-Ordung“, die ersten Schritte führten ein paar Treppen hinunter, doch bei dem Gedanken, dass wir das alles wieder hoch müssen, habe ich innerlich schon gestöhnt. Dann wurde es wieder „dschungelig“ und dann kamen die unwegsamen Pfade. Ich gestehe, dass ich euch die größeren Katastrophen gar nicht per Bild liefern kann, denn ich war mit ÜBERLEBEN beschäftigt. Teufel auch…man musste höllisch aufpassen, wo man hintrat. Denn abrutschen und einfach irgendwo festhalten ging auch nicht, da dort Pflanzen/Bäume wuchsen, deren Stämme und Äste mit gigantischen Nadeln bewehrt waren. Manchesmal war auch gar kein Weg mehr da und man musste über riesige Steine klettern. Platz hatte man sowieso nie, da auf der einen Seite der Berg und auf der anderen der Abhang zum Meer, gesäumt mit den Nadelpflanzen, war.

Wir haben es nicht zur Station 9 geschafft.

Der Weg ging bergauf und berab. Ging er bergauf, war er fürchterlich steil. Ging er bergab, war er rutschig und schlammig. An Station 5 haben wir uns unsere Niederlage eingestanden. Der Regenwald hatte gewonnen. Wieder einmal.

2:0 für den Regenwald.

Wir sind dann den Weg zurück. Unter Keuchen, Ächzen und (bei den Treppen, wie schon vermutet) Stöhnen. Am Ende waren wir wieder da , wo wir angefangen hatten. Und waren fertig. Und haben geschwitzt. Ich kam mir vor wie in der Sauna. Aus jeder Pore kam der Schweiß. (Nein, ich hatte meine Beine nicht abgekühlt oder im Wasser, das kommt alles aus mir raus).

Jetzt hatten wir uns aber was Schönes verdient! Ein tolles Essen, möglichst bei toller Aussicht (ohne irgendwo hoch laufen zu müssen), einen tollen Sonnenuntergang am Meer und ein paar coole Drinks zur Entspannung….

….ja, hat alles geklappt. Es war ein anstrengender Tag, mit vielen neuen Erfahrungen, wunderschönen Momenten und Erinnerungen, über die wir (viel) später, herzlich lachen werden.

Sonnenuntergang Khuk Khak Beach Khao Lak

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