Zwischen den Welten

Nachdem es gestern ab Nachmittag immer wieder Wolkenbrüche gab und ich für heute schon das Schlimmste befürchtet habe, hat mich der Tag mit Sonnenschein und gefühlt 10 ° Celsius obendrauf und gefühlt 99 % Luftfeuchte empfangen. Frühstück gibt es immer auf der Dachterasse, von der man schon einen recht netten Blick hat.

Da das gestern mit dem Einkaufen so gut geklappt hat, mache ich mich heute auf den Weg ins Chinatown von Saigon. Dort soll es ebenfalls einen Markt geben, der jedoch preiswerter ist, als der hier gelegene Touristenmarkt.

Da Chinatown in einem anderen Stadteil liegt fahre ich mit dem Taxi und kann so weitere, zum Teil sehr gegensätzliche, Eindrücke von der Stadt mitnehmen.

In Chinatown angekommen fühle ich mich zunächst etwas verloren. Straßen über Straßen mit Lädchen und hier ist wirklich alles sehr einfach gehalten. Es wirkt arm. Zu allem Überfluss stellt sich heraus, die Markthalle zu der ich will, ist wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Die Stände wurden unter Behelfsbehausungen gebaut. Sowieso schon eng genug, brausen hier auch noch die Mopeds durch. Das ist nichts für mich und ich verziehe mich in die Nachbarstraßen. Hier liegt überall Müll herum und ganz besonders in den Bereichen, in denen Lebensmittel gehandelt und zubereitet werden. 

An dieser Stelle muss ich mal sagen, dass ich hier noch keine einzige Kakerlage gesehen habe. In Thailand oder auch in Bali sind sie auf den Wegen mal schnell an einem vorbei gehuscht. Hier….nichts. Das einzige Ungeziefer, mit dem ich aber komischerweise keine Schwierigkeiten habe, sind Ratten. Davon gibt es hier viele. Und sie sind hübsch groß und fett. Wie gesagt. Müll und vorallem Lebensmittelmüll, gibt es reichlich.

In der Straße der Lebensmittel stinkt es ganz schön. Das einzige, was die Luft, die von Müll und Vergammelgestank steht, reinigt, ist Knoblauchgeruch. Den gibt es hier in rauhen Mengen und an jeder Ecke. Leid tut  mir sogar der Hund, der ihm das hingestellte Süppchen mit Rindfleisch drin so gar nicht fressen mag.

Kaufen konnte ich hier nichts. Ich bin ins nächste Taxi gesprungen und nichts wie zurück in meine heile Touristenwelt.

Nach einer kurzen Pause im Hotel wollte ich nun endlich rauf auf den hohen Bitexco Financial Tower, der so toll sein soll, dass  man dafür sogar Eintritt zahlen soll.

Dort angekommen, hat man die Wahl. Man kann den normalen Eintritt von 200.000 VND zahlen oder man zahlt 35.000 VND mehr und nimmt dafür an einer Heineken-Tour teil und bekommt dafür noch 2 Bier und ein Wasser gratis. 

Dieses Angebot ist ja fast zu gut. Klar mache ich da mit. Als erstes werden wir (eine kleine Gruppe von Besuchern, zu denen nun auch ich gehöre) in den 49. Stock gebracht. Dort dürfen wir einen kurzen Blick auf die Aussicht werfen, müssen aber sofort zurück in den Aufzug und zum 60. Stockwerk fahren. Dort wartet das Team von Heineken auf uns. Zunächst wollen sie natürlich ein paar Informationen. Name, Emailadresse, Geschlecht. Von mir bekommen sie nur den Vornamen. Dann geht es weiter in den ersten Vorführungsraum. Wir erhalten einen kleinen Kurzvortrag über die Familie Heineken und dürfen uns Bilder anschauen. Explizit wird auf die Heinekenbrauerei in Vietnam hingewiesen und das man diese doch unbedingt besuchen solle. Im zweiten Raum erwartet uns eine kleine virtuelle Rundfahrt durch die Braukessel von Heineken. Hierzu dürfen wir eine Samsung Gear Brille aufsetzen und uns in eine dazu angepasste Stuhlvorrichtung setzen und „fahren“ quasi durch die Stationen des Brauens. Nachdem wir nun wissen wie das alles funktioniert, bis das Bier hergestellt und in der Flasche ist, dürfen wir selbst eins zapfen und trinken.

Allerdings haben wir nicht so viel Zeit, da die nächste Gruppe schon hinter uns erscheint. So muss leider etwas vom selbstgezapften Bier zurückbleiben…


Die letze Station ist dann die Heineken-Bar. Diese wurde erst vor kurzem eröffnet und ist der Grund für die ganze Vorführung. Hier kann man in Ruhe sitzen und über die Stadt schauen. Wir bekommen unser Freibier und ein paar Chips, sitzen in einer klimatisierten Bar mit einem tollen Blick. Was für ein Unterschied zu heute Vormittag.

Als wir gehen, machen wir dann nochmal Halt im 49. Stock, der Grund warum ich hier eigentlich hergekommen bin. Ein Rundumblick über Saigon. Wahnsinnig beeindruckend. Ein Geschenk gibt es am Ende auch noch. Wer kann es sehen? Diese Flasche wird nicht geöffnet.


Als ich wieder unten bin, ist es schon fortgeschrittener Abend. Die Straßen sind voll, es ist immernoch sehr warm und die Stimmung ringsrum lädt noch zu einem kleinen Spaziergang ein, den Abend ausklingen zu lassen.

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