Fast wie Heimkommen

Heute ist mein letzer Tag in Nha Trang. Obwohl ich traurig bin, dass ich diesen Ort in seiner vollen Schönheit verpasst habe, bin ich doch froh, dass Julia (vom Hotel in Hanoi) mich überzeugt hat, herzukommen. Ich hätte es bereut. Es ist, als ob jeden Tag ein neuer Teil der Stadt zum Leben erwacht. Nachdem nun die meisten ihre Läden und Geschäfte von den Schäden, die Taifun Damrey hinterlassen hat, befreit haben, öffnen sie wieder und dieser Ferienort pulsiert mehr den je. Da mein Flug erst am Abend geht, mache ich es mir nochmal am Strand gemütlich. Das Meer wird auch immer heller und es riecht schon wieder so, wie Meer riechen muss. Die Sonne scheint und straft alle Lügen, die für die Tage nach Damrey schweren Regen angesagt haben. 

Nha Trang ist nochmal anders als Ho Chi Minh oder Hanoi und auch hier kann ich nur sagen, ich liebe diesen Ort, so wie er ist. Laut, bunt, touristisch.

Auf dem Weg zum Strand fällt mir auf, dass endlich schwere Geschütze – sprich LKW und Maschinen – zum Aufräumen angekommen sind. Überall hört man die Motorsägen, die irgenwie immer näher kommen.

Und dann ist eine Motorsäge ganz nah. An der Beach Bar „Blue Sea“, die ich zu meinem Lieblingsort auserkoren habe, steht eine Palme arg sturmgebeutelt sehr schief. Die Jungs mit der Motorsäge sind da und fangen an, den Baum umzusägen. Einige  Russen denen das Schauspiel gefällt, stehen drumrum und beobachten das Ganze. Und plötzlich kracht die Palme um. Kein Mensch schreit „Baum fällt“ oder von mir aus irgendetwas in Vietnamesisch. Die Palme kracht einfach runter….mitten zwischen die ganzen Zuschauer. Ohne Vorwarnung. Verletzt wurde keiner. Wohl auch weil keiner in die „Stäbchen-Absperrung“ reingetreten ist. Zumindest wurde der Fallweg der Palme insoweit korrekt berechnet, dass sie genau mittig in die rechts und links aufgestellten Hölzchen gefallen ist. Nur die Länge des Baumes war nicht ganz so gut kalkuliert. Eine der Sonnenliegen musste dann doch daran glauben – zum Glück lag keiner drauf.


Übrigens, kaum war die Palme am Boden haben sich alle Beteiligen darauf gestürzt und die nun günstig gelegenen Kokosnüsse geerntet.

Doch damit nicht genug. Es wurden nun nicht nur Maschinen zur Verfügung gestellt, die Armee hat ganze „Arbeitsbrigaden“ an den Stränden verteilt, die den angeschwemmten Schutt und Müll aufgesammelt und weggeschafft haben.


Soll nochmal einer sagen, am Strand rumliegen sei langweilig. 

Leider war es nun Zeit für mich Abschied zu nehmen. Auf Wiedersehen Nha Trang, ich komme wieder.

Zum Flughafen und rein in den Flieger. Da drin war es so kalt und vermutlich draußen so warm, dass es im Flieger aussah, als brennt es. Die Klimaanlage hat die Maschine komplett vernebelt.


In Ho Chi Minh angekommen hat es sich gleich so angefühlt, als käme ich nach Hause. Gelernt aus dem ersten Mal an diesem Flughafen ankommend, habe ich  nun gleich den Preis mit dem Taxi vorvereinbart. Sie wollten zunächst mehr verlangen, da ich ja nun aber wusste wie der Hase läuft, hatte sie leider ganz ganz schlechte Karten. 

Da sowohl der Service als auch die Lage des Hotels vom Beginn meiner Reise mehr als gepasst haben, bin ich kurzerhand hierher zurückgekehrt.

Zum Abendessen ging es in ein BBQ-Restaurant, in dem wieder das Fleisch direkt vor einem gebraten wird.


Und dann musste ich unbedingt testen, ob es denn hier auch eine Sperrstunde wie in Hanoi und Nha Trang gibt.

Das ist gegen Mitternacht…damit heißt die Antwort nein, es gibt keine Sperrstunde. Ganz im Gegenteil. Obwohl es mitten unter der Woche ist, tummeln sich hier hunderte Menschen, Mopeds, Verkaufswagen und Autos. Die Kneipen bauen ihre Tische und Stühle bis auf die Straße, so dass man letztlich sogar als Fußgänger im Stau steht. Einen kleinen Eindruck davon bekommt ihr hier:

Nachtleben in Ho Chi Minh

Und dann sah ich sie….diese Rooftop Bar mit den vielen bunten Lichtern…. Da musste ich rauf. Genau richtig um die Heimkehr zu begießen.

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