Nur einmal die Wolken berühren 

Das erste Ziel am Samstag war die dritthöchste Erhebung von Madeira.

In 1818 m Höhe befindet sich der Gipfel des Pico do Arieiro. Und da ich kein Wandertyp bin und mein Soll am Bergauf laufen bereits unter Schweiß und nachfolgendem Popo-Muskelkater bereits absolviert habe, war ich ziemlich froh, dass man bis zum Gipfel mit dem Auto fahren konnte ?.

Der Weg dahin war bereits wieder das Ziel. Der Wechsel zwischen den grünen, troptisch aussehenden Hügeln, mit den vielen Terrassenförmig angelegten Bananenbaum-Plantagen, den bewaldeten Bergen, bis hinauf zu den kargen Gipfeln, fesselt einfach den Blick.

Oben angekommen,

war zunächst noch Sonnenschein, doch die Wolken zogen heran…

Jedes Mal wenn ich im Flugzeug sitze und auf diese fluffigen Wolken schaue, denke ich mir…“…die würde ich jetzt gerne einmal anfassen, die sehen so weich aus…“  Hand aufs Herz, das hat jeder von euch schon mal gedacht ?

Die Wolken kamen immer näher und hüllten mich schließlich komplett ein…und ich konnte nicht wiederstehen…und habe sie angefasst ?

…feucht, nieselig, klamm, kalt und so gar nicht fluffig weich ?

Nach dem tollen Bergerlebnis ging es nach Ribeiro Frio. Dort kann man – so man will ? – in ursprünglichen Lorbeerwäldern wandern gehen oder die dort ansässige Forellenzucht besuchen.

Von ganz klein über jugendlich zu den ganz großen, kann man hier in die Becken schauen und dazu – ganz klar – die Natur genießen.

Bei einem kleinen Spaziergang (nein, keine Wanderung) war dann leider auch wieder ein abgebranntes Haus zu sehen. Das Feuer hat eine Menge zerstört.

Nach so viel Bergen und Wald hatte ich mir dann endlich Sonne, Strand und Meer verdient. Im Reiseführer hatte ich von dem einzigen goldgelbenen Strand gelesen. Dieser befindet sich im Südosten der Insel in dem Ort Machico und wurde mit Sand aus Afrika extra künstlich angelegt. Nichts wie hin!

In dem kleinen Örtchen angekommen, schnell Auto abgestellt, und ab zum Strand…

…und den eigenen Augen nicht getraut !

Das ! sollte der Strand sein?! Oh je…Da haben sie mich ja ganz schön verarscht….

Mit hängendem Kopf tapste ich dann die Promenade entlang und sah dadurch zum Glück die von einem der vielen freilaufenden Hunde großzügig mittem auf dem Weg präsentierte Hinterlassenschaft. Irgend so ein Idiot war schon voll rein getreten und hat dann, abwischenderweise auf dem ganzen Weg das Zeug verteilt. Als ich nach umrunden der ganzen Minen endlich wieder den Kopf heben und geradeaus blicken konnte, war er plötzlich da …

…der Grund meines Kommens…der Strand ?

Zwar etwas kleiner als vermutet, aber he…nach der Enttäuschung vorher….einfach nur großartig ? Das Wetter spielte auch richtig gut mit. Die Sonne hatte Kraft und von Regen war weit und breit nichts zu sehen. Suuuuuper schön ☉

Im Anschluss an den Strand schlenderte ich happy die Promenade zurück und suchte mir ein hübsches Cafe, in dem mehr Einwohner als Touristen saßen und nur noch ein Tisch ganz hinten in der Ecke neben dem Abfluss frei war…naja, dachte ich, so schlimm wirds wohl werden. Ich bestellte einen Cappuccino und ein Sandwich und betrachtete die Leute.

…leider nahm der Geruch aus dem Abwasserloch immer mehr zu und ich bezahlte schnell und flüchtete ins Auto. Auf dem Weg zurück ins Hotel wurde ich den Geruch nicht los, so als hätte er sich in meiner Nase festgesetzt. Er war doch intensiver gewesen, als gedacht.

Noch ein kurzer Zwischenstopp am Supermarkt, raus aus dem Auto, frische Luft eingeatmet und dann…..dämmerte es mir…

Ganz vorsichtig schaute ich an mir herunter, hob mein rechtes Bein und schaute unter den Schuh….Nichts.  Puh…

Linkes Bein, unter den Schuh geguckt und iiiiiiiiiiiiiiiiihhhhhhhhh…..Ich bin in eine der Minen an der Promenade rein getreten ?

Der Geruch kam nicht aus dem Abfluss, der Stinker war ICH ?

Ich hab dann wie eine Verrückte meinen Schuh auf der Wiese vor dem Supermarkt abgerubbelt, die haben bestimmt alle gedacht, ich habe zu viel Madeira-Wein intus, aber mir wars egal…

Nach Erholung von diesem Schock, viel eingeatmeter frischer Luft und einem ordentlichen Abendessen ging es dann noch einmal nach Funchal. Immerhin war es Samstag Abend.

Leider regnete es in Funchal in Strömen. Als es dann endlich nachgelassen hatte und man durch die Straßen laufen konnte, fand sich nirgendwo ein Plätzchen, an dem der Bär steppte. Alle Tische waren rein- und die Stühle hochgestellt. Nix los in Funchal, wenn es regnet. ?

Der Tag und der Abend waren lang gewesen. Man war ich froh, als ich dann endlich im Bettchen lag – mit der Aussicht, aufgrund der Zeitumstellung – ein Stündchen länger schlafen zu können ?

2 thoughts on “Nur einmal die Wolken berühren 

  1. Gut bildlich beschrieben. Hat mir gefallen. Daß du so empfindlich auf Hundekot reagierst ist mir neu. Es sind doch deine Lieblinge! !!! Ich wünsche noch eine schöne Zeit!

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